Mittwoch, 12. Januar 2011

Reise nach Moskau

Tobias Benedikt Meier
Moonbuggy Team HS 2011
http://www.spaceeducation.de/ 
 
Berlin/Moskau, 11.1.2011

Fotos 1: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157625671954397/
Fotos 2: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157625676647201/
Videos: http://www.youtube.com/user/SpaceEducation?feature=mhum#g/c/7FBCB77596F300D6
Blog der Schule: http://www.mittelschule-portitz.de/blog/

Jetzt ist es so weit es ist 21:10. Die Reise beginnt. Wir fahren mit zwei Autos nach Berlin Schönefeld um dort mit dem Flugzeug nach Moskau zu Fliegen.Im 1. Auto (BMW) dort sitzen Ralf Heckel (der Chef), Steffen Freitag (ein Unternehmer), Christoph Eibeck (ein Schüler) und ich Tobias Meier. Im 2.Auto (Renault Twingo) sitzen Cosma Heckel (kleine Tochter) und Yvonne Heckel (Botschafterin für Raumfahrt).

Der BMW hat vor Fahrtbeginn einen Kilometerstand von 394.219 km. Am Flughafen sind es 190 km mehr. Das Auto hat so viele Kilometer im Dienst der Spaceeducation zurückgelegt, dass es auf der Strecke Erde-Mond bereits wieder auf der Rückreise wäre. Wir sind jetzt auf der A9, von hier wäre es mit dem Auto ca. 2000 km bis nach Russland (Moskau), es würde 3 Tage dauern bis man da ist. Der BMW hat diese Reise gerade vor 3 Monaten gemacht. Es ist jetzt 23:45 Uhr, wir können einchecken. 5-10 Minuten später ist die Sicherheitskontrolle. Der Beamte scherzt und sagt zu Cosma, dass sie nicht mit darf. Sie bricht sofort in Tränen aus und der betroffene Beamte schenkt ihr einen  Kaugummi.

00:35 Uhr, jetzt gerade kommt die Durchsage "Flug Aeroflot 116 nach Moskau ist jetzt zum Einsteigen bereit." Wir sitzen jetzt im Flugzeug, die Flugbegleiter erklären die Sicherheitsanweisung. Schon war es 00:50, das Flugzeug rollt an. Dann gibt es einen starken Schub. Alles vibriert und dann wird es ruhig. Nur im Bauch fühlt man, dass es aufwärts geht. Geil!

Während des Fluges bekamen alle Essen und Trinken. 05:00 Uhr, jetzt haben wir wieder festen Boden unter den Füßen, denn wir haben den Flughafen Scheremetjewo erreicht. Wir müssen die Uhr um 2 Stunden vorstellen, wegen der Zeitverschiebung. Zu Hause ist es also 03:00 Uhr Nachts. Der Terminal ist riesig und modern. Ich kann kaum etwas lesen. Alle Buchstaben sind verkehrt herum. In Moskau liegt etwas Schnee und es schneit. Die Temperatur ist um den Gefrierpunkt. Jetzt müssen wir uns beeilen damit wir noch den Aeroexpress (Flughafenzubringer) um 06:30 Uhr bekommen. Der Zug ist sehr breit und komfortabel eingerichtet. Es gibt Ledersitze und TV vom Flachbildschirm.

Es ist noch dunkel, als wir etwa 30 min später am Belorussischen Bahnhof ankommen. Alle sind sehr müde. Es ist 7 Uhr Ortszeit. Nun steigen wir in die U-Bahn. Das heißt hier "Metro". Die Rolltreppen sind steil, lang und schnell. Die Züge sind sehr schnell, weil von einem zum nächsten nur 1 Minute Abstand ist. Wenn man sich nicht beeilt mit dem Ein- und Aussteigen, dann ist die Tür vor der Nase zu. Wenn das passiert, muss man mit dem Nächsten fahren, der dann bereits in 30 Sekunden einfährt.

Um 08:00 Uhr kommen wir dann endlich an unserem Hostel an. Es liegt nur eine Haltestelle vom Roten Platz entfernt. Jetzt müssen wir noch die Betten beziehen. Eine halbe Stunde später, nun können wir endlich mal ein bisschen Schlafen.

Gegen 14:00 Uhr stehen wir dann alle auf. Wir gehen noch zu McDonalds oder wie es in Russland geschrieben wird „Makдоналдс", um etwas zu essen. Wir haben jetzt ganz schönen Hunger. Die Filiale hat Platz für 300 Besucher und ist auch riesig.

Danach gehen wir in ein Restaurant namens "Venezia". Dort Treffen wir den Kosmonauten Sergei Ryazansk (sprich Riasanski). Wir reden mit ihm über seine Ausbildung. Auch erfahren wir dass er Kommandant bei der Vorbereitung des bemannten Marsfluges war. Dieses Experiment nennt sich "MARS 500" und findet auf der Erde im Simulator eines Raumschiffes statt. Sein Großvater Michael gehörte zu den allerersten Ingenieuren der Raumfahrt. Er baute bereits zwischen 1945 und 1948 in Deutschland zusammen mit seinem Chef Koroljow an Raketen. 1957 lötete er ein Radio, welches weltberühmt wurde. Es war der Sender vom Sputnik.

Die Zeit verging viel zu schnell und wurde immer interessanter. Wir haben uns viele Raumfahrtbilder angesehen. Am Ende erklärte uns Sergei, dass er in den nächsten 2-3 Jahren auf die Raumstation ISS fliegen wird. Wir machen abschließend ein paar Fotos und ein Video.

Fotos 1: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157625671954397/
Fotos 2: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157625676647201/
Videos: http://www.youtube.com/user/SpaceEducation?feature=mhum#g/c/7FBCB77596F300D6
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Wie kam ich zum Moonbuggy?

Tobias Benedikt Meier
Moonbuggy Team HS 2011
http://www.spaceeducation.de/

Video: http://www.youtube.com/user/SpaceEducation?feature=mhum#p/c/C43666D3DAE4200D/2/gX5_CEPo2Wc
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Am 10. September 2010 durfte ich als einer von insgesamt 5 Schülern meiner Schule zum Berufs- und Technologiezentrum nach Borsdorf. Der Tag wurde extra freigestellt und wir konnten uns über verschiedene Handwerksberufe informieren. Eigentlich waren es schon 5 Schüler und alle Zugtickets waren vergeben, doch einer der 5 Schüler wurde mit dem Auto gefahren und da wurde noch ein Zugticket frei. So durfte ich mitfahren. Als wir in Borsdorf ankamen, sah ich zum ersten Mal das Moonbuggy. Wir durften den Parcours mit aufbauen. Dabei halfen uns russische Luft- und Raumfahrtstudenten aus Moskau. Diese haben dann auch ein Rennen veranstaltet und sprachen englisch.

Wir fuhren gegeneinander um Zeit. Ich habe den 1.Platz gemacht und eine Auszeichnung bekommen. Es gab einen  Werkzeugkasten und einen USB-Stick.

Fotos 1: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157624926593930/
Fotos 2: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157624801995613/
Video: http://www.youtube.com/user/SpaceEducation?feature=mhum#p/c/C43666D3DAE4200D/2/gX5_CEPo2Wc

Danach ging es rasant weiter. Zunächst habe ich Ende September das Moonbuggy im Space Hotel reinigen und reparieren gelernt. Das ging gut, denn es fuhr danach direkt nach Moskau. Die nächsten Termine kamen dann auch schnell. Es gab einen Vertrag und etwa eine Woche später hatte ich schon meine erste Pressekonferenz.

Am 03.11.2010 habe ich dann auf Einladung des Space Education Institutes den ersten Deutschen Kosmonauten Sigmund Jähn in der Uni Leipzig kennengelernt.

Fotos: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157625216368041/

Am 23.11.2010 war ich mit der Institutsleitung Ralf und Yvonne Heckel sowie deren beiden Kindern in Neubrandenburg zur Raumfahrtkonferenz (25.Tage der Raumfahrt). Dort habe ich das Moonbuggy vor Fachpublikum vorgestellt. Unter den Rednern befanden sich auch Oliver Knickel (Teilnehmer am MARS 500 Projekt) und Juri Ussatschow (Kosmonaut und Leiter des Mission Control Centers). Beide habe ich persönlich kennengelernt und alle staunten über das Moonbuggy. Es gab insgesamt 8 Vorträge. Dort habe ich auch unseren chinesischen  Teilnehmer am Moonbuggy-Race kennengelernt. Er heißt Yakai Chan, ist 17 Jahre alt und kommt aus Shanghai. Sein Vater ist Raumfahrtwissenschaftler.

Fotos: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157625216374919/

Im Dezember ging es auch zur Sache. Ich habe an mehreren Wochenenden mitgeholfen den Pressespiegel fertig zu stellen. Am Ende des Jahres war er über 400 Seiten dick und in vielen Sprachen. Das alles sind erschienene Zeitungsartikel über das Moonbuggy, welches ich gefahren habe. Ein solcher Pressespiegel ist wichtig für Sponsoren.

Pressespiegel 2010:
international/VIP   www.spacepass.de/druck/press-int2010.pdf
englisch               www.spacepass.de/druck/press-eng2010.pdf
По русский          www.spacepass.de/druck/press-rus2010.pdf
deutsch                www.spacepass.de/druck/press-ger2010.pdf

Am 08.Januar 2011 haben wir uns zum ersten Mal mit dem neuen Team getroffen. Zum neuen Team gehören neben Yakai aus China: Christoph Eibeck (15 Jahre, Gymnasium Brandis, 10.Klasse), Eric Meinel (14 Jahre, Gymnasium Kant, 9.Klasse) und ich (14 Jahre, Mittelschule Portitz, 8.Klasse). Wir haben auch eine Teamleiterin. Sie heißt Marine Boyer und kommt aus Frankreich. Marine ist 23 Jahre und hat einen Masterabschluss in Spanisch und Englisch. Sie macht mit dem Moonbuggyprojekt ein Praktikum in Deutschland/Leipzig. Marine redet mit uns nur in Englisch und macht mit uns englische Moonbuggy Vodcasts (Videos) die dann bei Youtube veröffentlicht werden.

Fotos: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157625661566317/
Videos: http://www.youtube.com/user/SpaceEducation?feature=mhum#g/c/7FBCB77596F300D6
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Freitag, 18. Juni 2010

ILA 2010 - Ich war mit dabei

Max Frank
Moonbuggy Team 2010
www.spaceeducation.de

Fotos: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157624250406900/

Leipzig, 11.Juni 2010


Nach einem anstrengenden Schultag lud mich mein Vater zum 3. Firmenlauf in die Leipziger Arena ein. Bei diesem Lauf traten 3200 Menschen gegeneinander an. Zu schaffen war es, eine Strecke von 5 km zu laufen und diese so schnell wie möglich. Im voraus suchte ich mir eine gute Startposition. Nach dem Startsignal düsten wir los. Die ersten 2 km waren schnell weg, doch auf den letzten 3 km hatte ich wirklich zu kämpfen. Nach einer Weile kochten auf einmal meine Füße, als ob ich auf Lava laufen würde. Es waren 28°C, aber die waren nicht so heiß. Dann bekam ich Seitenstechen vom laufen, weil ich das nicht gewohnt bin. Ich sitze sonst immer auf dem Rad und da habe ich eine andere Atemtechnik. Auch brannten meine Schenkel, weil sie diese Art von Belastung schon lange nicht mehr mitgemacht haben. Qualvoll rettete ich mich ins Ziel. Meine Zeit lag bei 19:58 Minuten. Das ist nicht schlecht gewesen, dafür dass ich das letzte Mal vor 4 Monaten Ausdauerrennen trainiert habe.

Nach dieser Veranstaltung fuhr ich nachhause. Ich duschte mich schnell und packte die Sachen für die Fahrt. Abends um 21:15 Uhr fuhr ich mit meinem Rad zum Ralf los. Ralf war noch nicht da. Er hatte im Space Hotel viel zu tun gehabt. Ivonne verpflegte mich erst einmal mit einem Baguette. Ich hatte Riesenhunger gehabt, nach dem 5 km Lauf. Bis jetzt hatte ich noch nichts gegessen. Ivonne packte noch die notwendigsten Sachen für uns beide ein. Nach dem ich das leckere Baguette gegessen hatte, schleppten Ivonne und ich die Sachen runter, um Zeit zu sparen. Genau in diesem Augenblick kam Ralf mit dem Auto. Wir packten alles ein. Zum Schluss hängte ich noch den Anhänger ans Auto und nun kann es endlich losgehen.

Spät abends gegen 22:30 Uhr holten wir das Moonbuggy vom BTZ ab. Nun waren wir alle 3 vollständig (Ralf, Max, Ganymed). Die Reise mit dem Auto kann beginnen, nach Berlin zur ILA. Wir waren alle beide sehr müde geworden, während der Autofahrt. Nach 2 Stunden Fahrt brachen wir die Strecke bis nach Berlin ab und Ralf lud mich auf ein wildes Abenteuer in der Natur ein, von dem ich noch nichts wusste. Wir fuhren von der Autobahn herunter und gleich danach in ein Waldstück hinein. Bis dahin wusste ich nicht so richtig, was Ralf dort wollte. Doch nachdem er ausstieg und das Zelt zum schlafen aufbaute, wurde es mir schon ein bisschen unheimlich. Davor haben uns riesige Augen angeschaut (Rehe), die es dort in hoher Anzahl gab. Ich ließ mich vom Ralf überreden, nicht im Auto zu schlafen, sondern mit raus zu kommen. Nachdem wir das Zelt aufgebaut und befestigt hatten, kamen die Matratzen und die Schlafsäcke rein. Das sah gemütlich aus. Als ich auf dem Ohr lag war ich auch schon eingeschlafen. Am nächst Morgen weckte mich der prasselnde Regen auf, der auf unser Zelt fiel. Nach einigen Einschlafversuchen, gab ich es auf. Ralf war jetzt auch schon munter, so dass wir aufstehen konnten. Nachdem wir das Zelt zusammen gepackt hatten, machten wir uns weiter auf den Weg zur ILA. Unterwegs hielten wir noch einmal kurz an einer Autobahnraststelle an, um uns die Zähne zu putzen und uns zu waschen. Ralf holte sich noch ein Kaffee und schon ging es endlich mit dem Endspurt und voller Spannung zur ILA 2010.



Als wir dort ankamen, war das blanke Chaos los. Nachdem wir uns dort mit einigen Umwegen durchgeschleust hatten, brauchten wir nun einen Parkplatz. Das war keine leichte Aufgabe, doch wir haben es geschafft und das sogar 100m vom Eingang entfernt. Ordentlich eingeparkt, machten wir uns sofort an die Arbeit, den Buggy aus dem Anhänger herauszuholen und aufzubauen. Nachdem alles getan war, durfte ich nun in meinen Raumanzug steigen. Es sind jetzt schon früh 25°C und es wird noch heißer, vor allem im Anzug. Da stand mir was bevor.



Auf dem ILA Gelände drehte ich meine ersten Runden allein, da Ralf sich noch einen Presseausweis besorgen musste. Schnell zog ich alle Blicke auf das Moonbuggy. Einige fotografierten es. Ein Mann kam auf mich zu und fragte wie teuer das Buggy sei. Ich war gar nicht auf die Frage gewappnet und sagte, nichts. Dann sagte ich, es sei unverkäuflich. Nachdem Ralf wieder kam, führte er mich zuerst zum Carrier Center, wo ich mit dem Buggy hineinfahren wollte. Doch sie haben mich nicht hineingelassen. Das habe ich nicht verstanden. Die Luft und Raumfahrt sucht neue junge Leute, die daran interessiert sind. Doch Sie versperrten uns den Weg. Dann sollten sie sich nicht wundern, wenn sie keinen neuen Zuwachs bekommen. Sie sollten uns herzlich willkommen heißen. Später führte mich Ralf über das Gelände. Danach in die Halle 8a hinein, wo Freunde vom Ralf auf uns warteten. Als wir an dem Stand „RC" ankamen, machte mich Ralf mit den Leuten bekannt, die mein Team und mich auf die Titelseite der neusten Zeitschrift von „RC" gebracht hatten. Nun war ich aufgeregt. Endlich ging unsere Tour los. Doch mussten wir noch kurz unser Ganymed durchchecken, damit auch alles funktionierte. Ralf holte uns während dessen ein Eis, in der Zeit, als ich nach Fehlern suchte.

Nun ging es endlich zu den großen Flugzeugen. Ich war erstaunt, was da auf mich zukam. Immer wieder Stand ich alleine mal da, weil Ralf wichtige Gespräche führte. Da kam auf einmal der Leiter vom „von Braun Research Hall" auf mich zu. Ich habe ihn in Huntsville kennen gelernt. Er stellte mir eine Person vor, die ihn begleitete. Später sagte mir Ralf, dass es der Chef von der NASA gewesen war, Michael Griffin (http://www.nasa.gov/about/highlights/griffin_bio.html). „Wau", da war ich erst einmal richtig baff. Jemanden so Berühmtes kennen zu lernen.



Jedes Land hatte seine eigene Halle. Diese waren mit Ständen bestückt. Beim ersten Mal hatte ich mich nicht so richtig getraut mit dem Moonbuggy hineinzufahren, doch mit der Zeit empfand ich es nicht mehr so schlimm. Wir besuchten einige Stände an denen Ralf interessiert war. Schnell bildeten sich kleine Trauben um unser Moonbuggy und Gespräche entstanden. Wenn wir einmal festhingen, dann ging unter einer halben Stunde nichts. Die meisten Leute waren interessiert, mal mit so einem Buggy durch die Hallen von der ILA zu fahren. Alle waren so begeistert davon, dass sie lieber sitzen geblieben wären. Neue Kontakte konnten wir z.B.: am „Sachsen" Stand machen. Alle waren begeistert und fasziniert von diesem kleinen neuen Wunderwerk der Technik.



Draußen vor den Hallen waren die riesigen Flugzeuge und Helikopter ausgestellt. Wir drehten ein paar Runden. Unterwegs lief uns Ulf Merbold über den Weg. Er war selber schon mehrmals als Astronaut an Missionen beteiligt. Schnell überredeten wir ihn auf ein Foto und dann eroberten wir uns schon die nächste Halle.



Unterwegs sammelte ich kleine Sticker, die ich mir an die Brust pinnen konnte. Nach 6 Stunden war die Show für uns dort vorbei. Ralf musste immer wieder Telefonate führen mit dem Space Hotel, wo zwei neue Fachkräfte auf das Hotel aufpassten. Es gab leichte Schwierigkeiten und damit nichts schief geht, hat sich Ralf entschieden hier abzubrechen. Es war nicht so schlimm. Wir hatten in der Zeit alle Hallen geschafft, wichtige neue Kontakte geknüpft und ich war auch schon sehr fertig und noch kaum leistungsfähig. Ich versuchte zu lächeln und immer einen freundlichen Eindruck zu machen. Das aber hinten raus immer schwieriger für mich wurde. Als wir zum Auto zurückkehrten flog gerade der Eurofighter durch die Lüfte. Das war noch einmal ein Riesen-Highlight für mich. Einfach nur gigantisch.

Auf den Heimweg nach Leipzig ließ mich Ralf 40 km vor Leipzig auf der Autobahn raus. Ich hatte mit meinem Trainer geklärt, dass ich an diesem Tag noch eine Trainingseinheit fahren kann. In Höhe Brehna auf der A9 ließ mich Ralf dann raus. Mitten an einem Autobahnkreuz. Um erst einmal von der Autobahn herunterzukommen, kletterte ich eine Autobahnbrücke hinauf. Überquerte eine ganze Autobahnstrecke und fuhr auf eine nebenliegende Dorfstraße. Von Brehna fuhr ich über Delitzsch nach Rackwitz. Von Rackwitz in Richtung neue Messe und dann zum Ralf ins Hotel. Ich habe mich nur mal kurz bei ihm gemeldet und bin dann gleich wieder weiter gefahren bis nach Hause. Diese Strecke war ca. 50km lang und ich hatte sie in 1:45 h bewältigt. Zuhause angekommen, war ich völlig ausgelaugt und fertig.



Das war ein sehr anstrengender aber auch spannender Tag der mit tausenden von Überraschungen gefüllt war. Schade fand ich, dass sie uns am Anfang im „Carrier Center" mit einem Hinausschmiss begrüßt haben. Für mich wäre es bestimmt sehr interessant gewesen. Vielleicht hätte ich auch die eine oder andere neue Freundschaft mit anderen Jungs schließen können, für unser Moonbuggy Projekt.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Perechod na Mars - Auf zum Mars!

von Ralf Heckel
International Space Education Institute
www.spaceeducation.de
http://mars500.imbp.ru

Moskau, 3. Juni 2010

Endlich! Heute ist es soweit. Über Moskau scheint die Sonne. Die Luken schließen mit einem leicht schmatzenden Geräusch. Blitzlichtgewitter geht auf alles nieder. Die Lebenserhaltungssysteme fahren für die nächsten 520 Tage surrend hoch. Eine 6-köpfige internationale Besatzung macht sich bereit für das Einschwenken in die Umlaufbahn, um dann an den riesigen Antriebsblock mit den noch größeren Solarsegeln anzudocken. Grollend beschleunigen die Feststoffbooster. Allmählich greifen die elektrischen Triebwerke mit einem stechenden Lichtbogen und beschleunigen die Crew auf eine noch nie von einem Menschen geflogene Geschwindigkeit von 14 km/sek. Es ist der Einschuss in einen Kurs zum Mars. Für die nächsten 240 Tage beginnt nun ein Alltag in der Schwerelosigkeit während die Heimat zum kleinen blauen Abendstern in der Heckscheibe schrumpft. Nur drei Astronauten wird es vorbehalten sein einen Satz zu sagen, der in das neue Jahrtausend eingeht. Vielleicht ist es dieser:

„Wir sind die ersten die den Mars betreten, und wir werden nicht die letzten sein."

Science-Fiction? Nein! Das ist die Realität der Wissenschaft heute. Ich befinde mich im Institut für Biomediznische Probleme (IMBP) in Moskau und verabschiede mich von Freunden. Sie werden den ersten simulierten Flug zum Mars machen. Alles ist echt, sogar das Innere des Raumschiffes. Es bleibt lediglich auf der selben Stelle stehen. Heute beginnt die Menschheit mit „großen Schritten" einen Jahrtausend-Traum zu verwirklichen. Diese Luke heute und hier ist ein Stargate in die Zukunft. Voller Erwartung schaue ich nun auf das Ergebnis unseres mit über 1000 Einzelstücken eingebrachten Experimentes. In 520 Tagen werden wir das Resultat erfahren.

Ich möchte diesen feierlichen Tag als Anlass nehmen, von den atemberaubenden Vorbereitungen für dieses Experiment in den nächsten Monaten zu berichten. Ich bin wohl der einzige Vertreter heute hier, der ohne einen staatlichen Anteil zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft bei diesem „Flug zum Mars" dabei zu sein darf. Die Eintrittskarte dazu war immens teuer. Sie ist für viele unbezahlbar und kostete 5 Jahre lang: Zeit, Ideen, Engagement und eine Vision.

Ich möchte mich deshalb bei Bruno Banani, der Raumfahrtbotschafterin Yvonne, den Professoren Evgeniy Demin (IMPB), Prof. Anatoly Zotov (MAI), Prof. Vladimir Malozemov (MAI) und nicht zuletzt auch Prof. Dr. von Puttkamer (NASA) für die treue Unterstützung bedanken. Aber auch unsere visionsreichen Studenten aller Durchgänge seit 2005 haben einen nicht geringen Anteil daran. Allen voran Regina Peldszus (BA MA, Doctoral Researcher Spacecraft Habitability Design an der Kingston University London), Ivan Therekov (Ingenier bei Suchoi), Stefan Martini (Moonbuggy Pilot), Vanessa Gstettenbauer (Mission 3) und Thommy Knabe (Moonbuggy Chefkonstrukteur).

Als ich vor 5 Jahren mit deutschen Schülern zum ersten Mal dieses Modul im IMBP betrat und den Ingenieuren dort interessiert zuhörte, wäre mir nie der Gedanke gekommen, einmal an der Vorbereitung des Fluges von Menschen zum Mars maßgeblich beteiligt zu sein. Dennoch erfasste uns alle ein Virus – das Virus der Neugier mit dem Erkennen, dass man seine eigenen Grenzen ständig erweitern kann. Man muss nur den starken Willen dazu haben, dies zu tun.

Friedrich Zander (1887-1933)

Dennoch möchte ich heute einen Mann gedenken, der sein Leben für diesen Traum gab. Friedrich Zander, ein deutschstämmiger russischer Ingenieur und Raumfahrtpionier, der diesen Satz in der Überschrift prägte: „Perechod na Mars". Er schuf unter Aufopferung seiner Gesundheit jene Grundlagen mit denen heute das Marsmodul bestiegen wird: Die Erhaltung des Lebens auf interplanetaren Langzeitflügen. Er war es, der mit dem Vater der Raumfahrt, Ziolkowski, über die Machbarkeit redete. Er war es, der mit Koroljow, dem späteren Erbauer des Sputniks und der Gagarinrakete, eine erste Gruppe enthusiastischer junger Ingenieure bildete (GIRD) und den Mars viel zu früh in das Fadenkreuz nahm. Er gab seiner Tochter den Namen „Astra". Sie ist heute über 80 Jahre alt und darf die Verwirklichung dieses Traumes miterleben.

Ich habe dem Chefkonstrukteur des Marsraumschiffes heute ein Bild von meiner Tochter Cosma gegeben, stehend vor der mächtigen Saturn V-Rakete im Davidson Center in Huntsville Alabama. Er möchte es mit in das Marsraumschiff legen. Möge es der heute 3-jährigen Cosma vergönnt sein, den Traum von Astra, ihrem Vater und allen Visionären weiter zu leben und eines Tages erfüllen zu können.

Dienstag, 25. Mai 2010

Kölner DLR-Delegation zu Gast in Leipzig

von Ralf Heckel
International Space Education Institute
www.spaceeducation.de

Leipzig, 20. Mai 2010

Fotos: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157623984704043/

Am Donnerstag empfing unsere Initiative in den 8 Jahren ihres Bestehens ihre ersten offiziellen Vertreter der Raumfahrt unseres Landes. Dieser Besuch sollte ein erstes gegenseitiges Kennenlernen werden und hatte seinen Ursprung im Dezember 2008 in Philadelphia.

Mit dem Flugzeug direkt aus Köln kamen nach Leipzig: Herr Michael Heinze (Berater des Vorstandes, DLR) und Herr Dr. Wolfgang Mett, Wissenschaftler und Leiter der Standortentwicklung Neustrelitz, DLR. Der erste Eindruck beider war überrascht, angesichts der Veränderungen im Leipziger Umfeld seit den Nachwendejahren.

Das International Space Education Institute hatte das Ziel, den beiden Delegierten so viel wie möglich von dem Enthusiasmus, Begeisterung und dem Pioniergeist im Bezug zur Space Education aus der Messestadt als Pfeiler zwischen Huntsville und Moskau mitzugeben. Es ging dabei um einen Überblick in die funktionierende Netzwerkarbeit außerhalb staatlicher Förderprogramme, welche 6 Wochen zuvor ein „Winning Team" beim NASA Moonbuggy Race hervorbrachten.

Dementsprechend dick war das Programm und nicht alle geplanten Reiseziele konnten besucht werden. Tets entwickelten sich die sehr konstruktiven Gespräche auf einem hohen bis philosophischem Niveau. Am Ende gewannen beide Seiten tiefe Einblicke in die Arbeit des anderen und wurde ein solides Fundament einer angehenden Zusammenarbeit gelegt. Während des ganzen Tages überraschten sich alle Seiten mit Offenheit, Herzlichkeit, Fachkompetenz und dem persönlichen Interesse zum Kern: Veränderung der Ausbildung und Ausbildungsorientierung,


Folgende Stationen und Gesprächspartner wurden besucht:


Sternwarte Kletzen,
Gesprächspartner Henri Schulz




Diese Eigenbau-Privatsternwarte besitzt den Anspruch als Schulsternwarte für die SEI-Schüler und deren Wissenschaftspropädeutikum im Abitur. Zudem öffnet diese Warte durch ihre Nähe den jungen Leuten neue Sichthorizonte (optisch und geistig). Der Konstrukteur, Erbauer und Eigner ist Mitglied des Institutes und eignete sich alles Wissen und Fähigkeiten dazu autodidaktisch und praxisnah an. Beide Gäste zeigten sich tief beeindruckt und interessiert in allen Details. Herr Schulz genoss die lupenreine Fachkompetenz der Gäste.
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Handwerkskammer zu Leipzig
Gesprächspartner: Präsident Herr Joachim Dirschka,
Frau Dr. Wolter, Pressereferentin

Der überraschende Erfolg des Versuchsprojektes „Moonbuggy" als Berufsorientierungsmaßnahme auch im Handwerk, machte die Handwerkskammer und das International Space Education Institute zu engen Verbündeten. Dieses Treffen diente einem Schlagabtausch zweier Branchen, die nach bisherigem Empfinden der Gesellschaft nicht zusammenpassen. Das International Space Education Institute begreift Handwerk, Ingenieurwesen und Wissenschaft als integrative Einheit und praktiziert das auch so in der seiner Ausbildung.

Die Gespräche drehten sich vorwiegend um notwendige Wege eines neuen strategischen Herangehens an Bildung und Berufsorientierung. Es wurden schnell gemeinsame Nenner gefunden.

Am Ende des Besuches überreichte Botschafterin Yvonne Heckel dem Präsidenten der Handwerkskammer den „Weltmeister-Award" des Moonbuggy Teams und dankte für die gute Zusammenarbeit. Die Handwerkskammer zeigt sich im Eingangsfoyer mit einer Vitrine über die Bearbeitungsprozesse einzelner Teile des Moonbuggys und dem handwerklichen Background im Ingenieurwesen.
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Leipzigs unentdeckte Raumfahrtgeschichte
Reiseleiter Ralf Heckel

Die Gäste der DLR wurden an die Fundamente der Geburtshäuser von Prof. Dr. von Puttkamer, Prof. Harry O. Ruppe und Rudolf Bromme, sowie die frühe Arbeitsstätte von Eberhard Rees gefahren. Dabei erfuhren Sie viel über die geschichtlichen Verankerungen und deren Weichenstellungen für die heutige Raumfahrt aus dem Handwerk und frühem Maschinenbau heraus. Eine Überraschung gab es, als bekannt wurde, dass ein Teil der Familie Koroljow (Sputnik) bereits 1907 in Sachsen war und noch heute in Leipzig wohnt.
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International Space Education Institute

Die Keimzelle des als Verein eingetragenen Instituts ist das kürzlich erworbene Objekt in der Wurzner Straße 4. Das 5-Stockwerk-Gründerzeithaus mit 2000 m² großer Grünfläche, Werkstätten, Seminarräumen und Übernachtungsgelegenheiten ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche die weiter wollen. Die Schlichtheit der Gebäude und ihrer Einrichtung kalibriert zur Bodenständigkeit und Schaffensfreude während der Selbstverwaltung. Überstehende Übernachtungsgelegenheiten der Schüler werden als „Space-Hostel" im wirtschaftlichen Eigenbetrieb zur Deckung der Betriebs- und Projektkosten an den Messetourismus abgegeben.
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Sportgymnasium und Moonbuggy
Gesprächspartner: Direktor Herr Rädler,
Geographie- und Astronomielehrer Herr Dr. Wolfgang Gerber
Moonbuggy-Teamtrainer Max Frank (17)




Als Eliteschule des Sports sucht das Leipziger Sportgymnasium für Schüler ohne weitergehende Karrierechancen im Leistungssport einen prädestinierten Auffangkorb, welcher die Berufsorientierung im Handwerk und Wissenschaft fördert, ohne den Sport und die Bewegungsfreude zu vernachlässigen. Das Moonbuggy bietet hier die idealen Voraussetzungen mit dem für diese Schüler notwenigen Biss des Neuen. Umgekehrt kalibrieren Sportgymnasiasten mit ihrem Trainingsdrang ein Konstrukteursteam auf ein unbestechliches Missionsziel. Diese Symbiose hat das SEI zu schätzen gelernt.

Max Frank trainierte das Weltmeister-Moonbuggy-Team 2010 und hielt in einer 8. Klasse einen Vortrag. Die DLR-Gäste hospitierten in dieser Stunde und beobachteten die durch Max entfachte Begeisterung bei den Schülern in der nachfolgenden Pause am ausgestellten Moonbuggy. Auch hier kann man sich Teile, Herstellungsprozesse und Awards in einer Vitrine ansehen. Diese verfehlen ihre Wirkung neben dem Moonbuggy und einem Ansprechpartner im Brustton der Jugend nicht.

Das Treffen mit den Jugendlichen, den engagierten Pädagogen und die Kompetenz von Max hat Herzen geöffnet.
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Space Hotel Leipzig ***
Mittagessen

Als „großer Bruder" des Space Hostels wurde vor kurzem das Space Hotel Leipzig *** in der Gräfestraße 15 als Versuchsprojekt eröffnet. In dieses Geschäftskonzept fließen die Erfahrungen von über 70 Flugreisen zum Low Budget im Dienste der Space Education mit ein. Das Konferenzhotel soll für internationale Austauschgruppen, Workshops, Seminare und natürlich als weiterer wirtschaftlicher Eigenbetrieb und Ausbildungsbetrieb herhalten.

Die Innenfassade besteht aus hunderten während der vielen Exkursionen durch die Welt ausgewählter Wandbilder mit Raumfahrtmotiven. Gemäß dem dritten US-Präsidenten Jefferson wurde die in den Schubfächern von Hotels üblicherweise liegende Bibel durch die Bücher „Auf den Spuren des Chefkonstrukteurs Koroljow" sowie „Mit Schrauben und Bolzen auf den Mond" (über Eberhard Rees) ausgetauscht. Damit wurde die Wissenschaft, das Handwerk und der Pioniergeist in den Mittelpunkt gerückt. Das Business-Center wurde zum Miniclub umgebaut. Das ehemalige Frühstücksbuffet ist jetzt ein Online-Restaurant mit PC´s. Alles Essen wird in 15 min per Tastendruck geliefert, während nebenbei nach NASA-Manier integrativ gearbeitet werden kann.

In dieser Atmosphäre wird zusammen mit dem Leiter des Berufs- und Technologiezentrums, Herrn Dr. Schmidt, zum Mittag gegessen. Es gibt Leipziger Allerlei, anschließend Kesselgulasch mit Klößen und Rotkraut.
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Berufs- und Technologiezentrum Borsdorf
Gesprächspartner: Herr Dr. Schmidt, Leiter

Dieser Ort verbindet 35 Ausbildungsberufe Tür an Tür. Die Gerüche verwandeln sich von Motorenöl über Schweißer-Rauch, Fleischerei, Holzwerkstatt bis zum Baugewerbe. Es kann nicht alles besichtigt werden. Dennoch überzeugt das integrative Konzept und ist die Begeisterung der neuen Möglichkeiten durch die Space Education mit ihrer Visionskraft als Zielgeber für die Lehrlinge zu spüren.

Herr Dr. Schmidt führt unaufhaltsam die Delegierten durch die ebenerdigen Hallen und erntet jedes Mal Erstaunen und Anerkennung, vor allem auch durch die ideenreichen Verflechtungen von Aus- und Weiterbildung. Während eines Kaffees gegen 16 Uhr zieht man gemeinsam Resümee und ist sich einig, dass dies nicht der letzte Besuch war.

Gegen 17 Uhr endet ein anstrengender aber für alle Beteiligten sehr erfrischender Tag.

Fotos: http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157623984704043/

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Einige Statements der Beteiligten:

Hallo Herr Heckel,
ich hoffe, Sie hatten gestern einen erfolgreichen Tag. Habe auch von Dr. Schmidt nur Positives gehört.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Andrea Wolter, PR-Referentin, Handwerkskammer zu Leipzig

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Sehr geehrter Herr Heckel,

beeindruckend fand ich Ihr beachtenswertes historisches und aktuelles Wissen von der Raumfahrt in den USA und gleichzeitig in Russland. Mir ist niemand bekannt, der so hervorragende persönliche Kontakte zu Zeugen der Raumfahrt-Anfangszeit und deren Nachfahren hat. Besonders hat mir gefallen, dass Sie und Ihre Frau als Raumfahrtvisionäre Jugendliche, Unternehmen und gar die Handwerkskammer für Ihr Moonbuggy-Projekt gewinnen konnten, und somit die Faszination für die Raumfahrt wecken konnten. Wir sollten Ihren Ansatz (Faszination Raumfahrt, sportlicher Ehrgeiz, Hochtechnologie- Eigenentwicklung, Kooperation mit dem Handwerk) mit dem des DLR (DLR_Campus) koppeln, und dafür sorgen, dass beispielsweise „Ihre" Raumfahrt-Fans unser DLR_School_Lab in Neustrelitz besuchen, und dabei gleich ein Event mit dem Moonbuggy vor Ort in Neustrelitz stattfindet. Auch könnten wir über ein gemeinsames Sommercamp für Schüler nachdenken.

Abschließend noch einmal mein Kompliment an den Besitzer der privaten Sternwarte, Herrn Henri Schulz (Name richtig?): Er hat sich den Traum erfüllt, welchen ich als Jugendlicher mit ca. 18 Jahren hatte. Und dass, ohne Astronomie, Elektronik, Optik und Sternwartenbau studiert zu haben. Toll!

Dr. Wolfgang Mett, DLR


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Leipzig ist auch heute noch eine Reise wert

Vor wenigen Jahren war es kaum bekannt, dass diese Stadt auch Paten der Raumfahrt hat. Erst durch die Recherche des SEI wurden Wurzeln gefunden, die in Zeiten zurückreichen, in denen man den Begriff Raumfahrt noch nicht kannte. Doch Leipzig ist aus Sicht der Luftfahrt, Raumfahrt und Astronomie nicht nur ein historisch interessanter Schauplatz. Hier gibt es neue Ansätze junge Menschen an das Ingenieurwesen heranzuführen.

Die breite Palette im technischen und wissenschaftlichen Bereich, die von der Luft- und Raumfahrt notwendig beflügelt wird, kann hier durch die Verflechtung von privater Initiative und Bereichen der Wirtschaft und Bildung fruchtbaren Boden bereiten. Es ist erfreulich, dass Vertreter der DLR sich ein Vorortbild machten und so selbst sahen, was hier in den letzten Jahren entstanden ist.

Nun kommt es darauf an, die vorhandenen Kräfte zu bündeln um nachhaltig und kontinuierlich an der weiteren Positionierung des Standortes für die Berufsorientierung zu arbeiten. Die Erfolge des Moonbuggys als Ergebnis der internationalen Zusammenarbeit motivierter Jugendlicher weisen einen Weg, dessen Ergebnisse bei weiterer kooperativer Unterstützung durch Bereiche der Luft- und Raumfahrt den Standort Leipzig als Quelle zukünftiger Entwickler von Technologien machen kann.

Ich werde auch zukünftig die im SEI arbeitenden Jugendlichen unterstützen. Dazu fühle ich mich als Mitglied der DGLR verpflichtet und ehrlich gesagt macht es auch viel Freude, mit motivierten Jugendlichen zu arbeiten.

Peter Scheuermann,
Lehrer für Informatik, Astronomie und Amateurfunk